Gleichstellung der Geschlechter
Die Gleichstellung der Geschlechter umfasst eine Vielzahl politischer Ziele, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie adressieren Diskriminierungstatbestände und Ausgrenzungen von Frauen in Ihrer Vielfalt und LSBTIQ*-Personen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit.
Männer sind nicht nur Gegenstand gleichstellungspolitischer Maßnahmen (z.B. Väter in Care-Arbeit, Abbau toxischer Männlichkeits-Ideologien), sondern zunehmend auch in der feministischen und gleichstellungspolitischen Arbeit als Expert*innen aktiv.
Demokratien weltweit, auch die Europäische Union, haben es sich zum Ziel gesetzt, die bestehenden Ungerechtigkeiten abzubauen und eine gerechte, egalitäre Gesellschaft zu schaffen. Unter dem Dach der Gleichstellung der Geschlechter finden sich Themen wie die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und LSBTIQ*-Personen, Abbau von Geschlechterstereotypen in der Bildung, gerechte Entlohnung durch gleiche Bezahlung für vergleichbare Arbeit, aber auch die Angleichung von Lohnstrukturen verschiedener Branchen, eine geschlechtergerechte Care-Arbeit und ganz besonders die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen. Die Gleichstellung durchzieht alle Lebensbereiche der Menschen und alle Politikfelder von Regierungen. Sie wird deshalb auch als Querschnittsaufgabe bezeichnet, durch die strukturelle Ungleichheiten abgebaut werden sollen. Ein Beispiel für die Verwobenheit der Gleichstellung mit anderen Politikfeldern zeigt die positive Wirkung des Mindestlohnes auf den Abbau des Gender Pay Gap.
Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Gleichstellung der Geschlechter einen hohen Stellenwert in der Europäischen Union und im Europäischen Sozialfonds. Durch den ESF wurden und werden in seltener Konstanz gleichstellungspolitische Programme und Projekte gefördert. Innerhalb des Bundes-ESF finden sich zudem Aktivitäten, die EU-weit hohen Modell-Charakter besitzen. Angeregt durch die EU-Gleichstellungspolitik, verbunden mit der deutschen Gleichstellungsstrategie, adressiert der ESF Plus strukturelle Diskriminierung ebenso wie die geschlechtergerechte Partizipation an den Fördermitteln (Gender Budgeting im ESF Plus).
Eine Aufgabe der Fachstelle Querschnittsthemen im ESF Plus ist es, die Schnittstellen zwischen den gleichstellungspolitischen Zielen der EU, des ESF Plus und der Gleichstellungspolitik der Bundesregierung (siehe Grafik unten) zu nutzen, um möglichst viele Synergieeffekte herzustellen. Unser zentraler Fokus liegt auf der Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen.
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Gesetzlicher Mindestlohn: Auswirkungen auf Frauen und Männer